Erntedank 2017

Am 1. September in St. Laurentius 

Der Erntedankaltar am 25.09.2017 in der Martin-Luther-Kirche in Bissingen

15.09.2017 - Gespräch über Armut – ein sehr gelungenes Format

Freitagabend fand in der Pauluskirche ein Gesprächsabend über Armut in Bietigheim-Bissingen statt. Anstelle im Wahlkampf die Politiker aufs Podium zu holen, lud der Tafelladen Fachleute aus den caritativen und diakonischen Einrichtungen ein, die das Thema aus ihrer Erfahrung den Zuhörern näher brachten. Der Tenor sowohl unter Referenten als auch den knapp 60 Zuhörern war einhellig: ein sehr gelungenes Format, gerade jetzt in Wahlkampfzeiten.

 

Den Auftakt machten 2 Betroffene, die sehr eindrucksvoll und authentisch ihre momentane Alltagssituation schilderten. Herr B. ist seit 15 Jahren auf ALG II angewiesen und hat im Laufe der Jahre gelernt, sich von materiellen Wünschen frei zu machen. Er genießt die Spaziergänge mit seinem Hund und ist dankbar über Kontaktmöglichkeiten, die ihm die Diakonische Bezirksstelle in Bietigheim-Bissingen ermöglicht. Zufrieden ist er natürlich nicht mit seinem Leben, das ihm viele Entbehrungen abverlangt und jeden Monat aufs Neue eine Herausforderung ist, mit 409 Euro auszukommen, wovon noch ein Teil für die Miete abgeht, da der Mietzuschuss hierfür auch nicht reicht. „Leben ja, gut nein“, so fasste es auch die zweite Betroffene, Frau A. zusammen, die in der Bietigheimer Altstadt die Straßenzeitung Trott-war verkauft. Da sie aus einem EU-Staat kommt, erhält sie hier keine Sozialleistungen und muss jeden Abend von Neuem nach einem Schlafplatz in Stuttgart suchen.

 

Diese konkreten Lebensumstände von in Armut lebenden Menschen wurden im anschließenden Impulsvortrag von Heiner Heizmann vom Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart statistisch untermauert. 15% der Menschen leben in Deutschland in Armut, das ist fast jeder sechste Bürger. Auch in Baden-Württemberg und vordergründig reichen Städten wie Bietigheim-Bissingen ist diese Quote nicht niedriger, zumal es hier weitaus schwieriger ist, bezahlbaren Wohnraum zu finden. So ist die Gefahr, in Bietigheim-Bissingen wohnungslos zu werden, für Menschen an der Armutsgrenze eher größer als in ländlichen Gegenden. Dies bestätigten auch die Fachleute, die jeweils aus Ihrer Sicht und Tätigkeit sehr eindrucksvoll die konkreten Auswirkungen für die Betroffenen schilderten. Traugott Maisenbacher als Diakoniepfarrer im Dekanat Besigheim, Georg Steckenstein von der Sozialberatung für Strafentlassene in Ludwigsburg und Heinrich Knodel von der Wohnungslosenhilfe Ludwigsburg. Die beiden Moderatoren Antje Niemann-Röhm und  Rainer Bauer vom Vorstand der Bietigheim-Bissinger Tafel fragten sowohl nach den allgemeinen Erfahrungen der Fachleute mit der Armutssituation im Landkreis als auch ganz konkret nach den Vorschlägen, wie diese Situationen für die Betroffenen verbessert werden könnten. Wohnraum war ein zentrales Thema, denn häufig bedeutet der Verlust der eigenen Wohnung nochmals eine extreme Verschärfung der Situation, Sozialkontakte sind ohne eigene Wohnung schwieriger und das Leben insgesamt nicht mehr planbar. Sozialer Wohnungsbau ist aber systematisch zurückgefahren worden, der Markt, der es hätte richten sollen, hat es nicht geschafft, ausreichend günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, Das klare Fazit aller Fachleute: sozialer Wohnungsbau ist eine staatliche Aufgabe, die momentan viel zu wenig wahrgenommen wird. Hier muss massiv investiert werden. Über die Frage, ob Leerstände mit Druckmitteln verhindert werden sollen, waren die Fachleute geteilter Meinung, jedenfalls sehen sie darin kein Allheilmittel, wie auch manche Wortmeldung aus dem Publikum bestätige. „Ist der ALGII-Satz zu niedrig?“ – zu dieser Frage herrschte Einigkeit, denn mit ALGII muss man bei uns vielleicht nicht hungern, aber Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben ist nicht möglich. Dass langzeitinhaftierte Gefangene währen der Haftzeit trotz Arbeit in den Gefängnissen keine Rentenansprüche erwerben ist ein Teufelskreis, der den meisten Zuhörern so bislang gar nicht bewusst war. Bei vielen Entlassenen ist damit der Weg in die Armut oder Rückfälligkeit vorprogrammiert.

 

Am Ende wurden die Politiker dann doch noch aufs Podium geholt und danach gefragt, was sie von dem Abend mitnehmen. Das Zuhören wäre sehr gut gewesen, denn in dieser konkreten Deutlichkeit würde das Thema doch sonst nicht behandelt. Und dass es unserer Gesellschaft gut anstünde, sich den Betroffenen anzunehmen und mit Barmherzigkeit zu begegnen – auch wenn das in vielen politischen Diskussionen heute so deutlich nicht zur Sprache kommen würde. Ein klares Bekenntnis zur sozialen Verantwortung des Staates, die die Politiker mit in ihre politische Arbeit tragen wollen.


Johannes Schockenhoff, Vorsitzender Bietigheim-Bissinger Tafel e.V.

Den kulinarischen Rest vom Fasching einsammeln

Am Aschermittwoch mit dem Tafelfahrer unterwegs

Mittwoch, 1. März, 7:15 Uhr in der Freiberger Straße: Der heutige Tafelfahrer Franz Elischer und sein Beifahrer vergewissern sich, ob genügend grüne Klappkisten im Fahrzeug sind. Dann geht’s los: Die erste Tour führt über die Lidl-Filiale in Bietigheim-Buch zur Filiale in den Kreuzäckern. An jeder Station geht Hans Günter Meissner, der Beifahrer, durch den Kunden-Eingang in den Laden und fragt, ob es etwas für den Tafelladen abzuholen gibt. Überwiegend stehen die Waren schon an der Laderampe bereit. Sie werden in Klappkisten umgepackt, im Kühlfahrzeug gestapelt und gegen Verrutschen gesichert. An jeder Station werden die Papp-Kartons des Ladens entsorgt, um die Rampe sauber zu hinterlassen. Dann führt die Tour nach Sachsenheim und Kleinsachsenheim zu den Aldi-Filialen, zu Edeka und Netto, dann wieder nach Bietigheim zu Aldi. Zurück beim Tafelladen werden die Waren zügig ausgeladen, Schülerpraktikanten helfen dabei und bilden eine Kette. Die erste Tour brachte Gemüse, Cola-Dosen, Tütensuppen, Honigkuchen, Lufterfrischer, viele Erdbeeren und Pralinen und zwei angerissene Packungen Waschpulver. Nun ist es die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer in der Küche und im Laden, die Waren für den Verkauf herzurichten, neu zu verpacken und auszuzeichnen, denn der Laden ist zwischen 10:30 h und 16:00 h geöffnet.

Währenddessen ist der Kühlwagen schon wieder unterwegs. Die zweite Tour geht zunächst nach Süden: Zur Bäckerei Schulze in Asperg und der Tammer Edeka-Filiale. Als der Wagen schon wieder in Großsachsenheim ist, ruft Ingrid Brandl, die Leiterin des Tafelladens, an: Die Gärtnerei Kiemle in Bissingen soll auch noch angefahren werden, größere Mengen Feldsalat stehen dort zum Abtransport bereit. Doch vorher geht es zum Sachsenheimer Penny und zur Bäckerei Clement. Nach einem Besuch bei Rewe fährt der Wagen über die Gärtnerei Kiemle wieder zurück zum Tafelladen. Die Helfer können danach große Mengen Berliner und Kuchen, viele Erdbeeren, Kartoffeln, Zwiebeln, Obst, Feldsalat und Milchprodukte ausladen.

Die dritte Tour führt nach Besigheim, Hessigheim und Löchgau. Bei Lidl in Besigheim sind heute besonders viele Tulpensträuße übrig. Nach dem Besuch der Besigheimer Lidl- und Aldi-Filiale geht es nach Hessigheim: Die Hofmetzgerei Nägele spendet Wurst und Schinken, verpackt in einer roten Kiste. Edeka in Löchgau und Rewe in Bietigheim sind die letzten Stationen der Tour, sie endet gegen 13:30 Uhr. Die Tafelfahrzeug-Mannschaft ist schon ein bisschen müde und gönnt sich eine kurze Pause bei einem Vesper im Tafel-Café. Doch noch ist nicht Feierabend: Erst müssen Kartons weggebracht werden, außerdem ist in Schwieberdingen, wo Tafelwaren zentral verteilt werden, ein Posten Kosmetika abzuholen. Anschließend muss der Wagen noch aufgetankt werden und die Reinigung der Ladefläche steht an, damit der Kühlwagen hygienisch ist und die Stationen des nächsten Tafel-Tages ohne Probleme angefahren werden können.

 

 

 Das Angebot der Tafelläden ist unterschiedlich, es hängt davon ab, welche Waren von den Geschäften gespendet wurden. Gemäß der Satzung des Bietigheimer Tafelladens werden keine Waren zugekauft. Obst und Gemüse gibt es immer, aber nicht immer alle Sorten. Manchmal sind Milchprodukte knapp. Die länger haltbaren Erntedank-Spenden wie Frühstücks-Cerealien werden nach und nach verkauft. Die Tafel-Kunden dürfen nicht so viel einkaufen, wie sie wollen, denn das begrenzte Angebot soll auf möglichst viele Personen verteilt werden. Auf dem Berechtigungsausweis ist vermerkt, für wie viele Personen eingekauft werden darf. Manche knappen, aber begehrten Waren sind begrenzt, so gibt es z. B. oft nur eine Banane pro Person.

Von 14:00 bis 16:00 h ist an Tafel-Verkaufstagen das Café im Diakonie-Zentrum geöffnet. Es gibt eine Tasse Kaffee oder Tee und heute als Besonderheit einen Berliner für alle, die es mögen. Die Tafelkunden genießen das und ein Schwätzchen nach ihrem Einkauf. Wer kann, wirft ein paar Cent in eine Spardose auf dem Tresen. Der Diakonieladen ist ebenfalls geöffnet.

Erntedank 2016

Wie es bereits seit vielen Jahren gute Tradition ist, haben auch in diesem Jahr wieder viele Kirchengemeinden aus Bietigheim-Bissingen und Umgebung am Erntedanksonntag ihre Gemeindemitglieder um eine Spende mit haltbaren Waren gebeten. Neben den traditionellen Feldfrüchten schmückten Zucker, Mehl, Nudeln, Reis, Konserven, Öl, Kaffee, Tee, Süßigkeiten und vieles mehr die farbenfrohen Erntedankaltäre.

Für die Kunden des Tafelladens sind vor allem die haltbaren Lebensmittel eine wichtige und willkommene Ergänzung beim Einkauf. Die Waren, die von den vielen ehrenamtlichen Helfern des Ladens regelmäßig bei Lebensmittelläden, Supermärkten oder Bäckereien abgeholt werden können, sind üblicherweise nicht länger haltbar. Lebensmittel wie Backwaren, Obst, Gemüse und Milchprodukte machen den Großteil unseres Angebots aus. Haltbare Waren sind sehr begehrt aber bis auf wenige Ausnahmen fast immer Mangelware.

Deshalb einen ganz herzlichen Dank an alle Kirchengemeinden die sich in diesem Jahr beteiligt haben für die große Zahl der gespendeten Erntedankgaben. Die Tafelkunden können nun mehrere Wochen  aus einem spürbar größeren und vielseitigeren Angebot auswählen und hierbei erfahren, wie sich christliche Nächstenliebe in unserem Alltag in kleinen Zeichen praktizieren lässt.

 

 

Woche gegen Rassismus

Die Tafeln helfen allen Menschen, die Hilfe benötigen – unabhängig von sozialer oder ethnischer Herkunft, Nationalität, Alter, Religion oder Weltanschauung, Geschlecht, sexueller Identität, Behinderung oder Beeinträchtigung und Identität. Sie verteilen das, was sie haben und schließen keine bestimmte Gruppe in Gänze aus. Wir leben eine Kultur des Respekts und sind schon lange ein Abbild der Vielfalt in Deutschland: bei uns treffen sich Ehrenamtliche und Bedürftige unterschiedlicher sozialer, kultureller und religiöser Herkunft.

 

 

 

 

Tafel - der Laden läuft! Bietigheimer Silvesterlauf 2015

Mit 99 Läuferinnen und Läufern im Ziel konnten wir wieder ein tolles Zeichen der Solidarität für die Arbeit der Tafel setzen.

 

Weitere Bilder finden Sie unter Aktionen/Tafel - der Laden läuft!

 

 

 

 

 

Jubiläums Abend 2015

In der Pauluskirche fand am Montag 16. November der Jubiläumsabend  zu 10 Jahren Tafel statt. Integrationsministerin B. Öney, Oberbürgermeister J. Kessing und weitere Gäste sprachen Grußworte. Langjährige Mitarbeitende wurden geehrt und ein "Tafel" Kurzfilm von Schülern der Ellental-Gymnasien gezeigt. Die musikalische Umrahmung gestaltete ein Flötenensemble der Bietigheimer Musikschule. Eine Gruppe von Flüchtlingsfrauen richteten belegte Brötchen und versorgten die über 100 Gäste mit Getränken.

 

 

 

 

 

 

 

 

10 Jahre Bietigheim-Bissinger Tafel

vor 10 Jahren wurde der Tafelladen in der Bahnhofstrasse eröffnet.

Wir gedenken dieses Jubiläums dieses Jahr mit einigen Aktionen, wie z.B.

einem Ausflug für Mitarbeitende (im Sommer) oder einem Besuch der Baden-

Württembergischen Integrationsministerin B. Öney im Tafelladen mit

anschließendem Stehempfang in dem Gemeindehaus der Pauluskirche im Buch.

 

 

 

 

   

Ausflug für Mitarbeitende

MA -Ausflug nach Baden-Baden

Den Auftakt zum Jubiläum machte der vom Vorstand organisierte Mitarbeiterausflug am 25. Juli nach Baden-Baden mit 45 Teilnehmern.           Dort konnten die Ehrenamtlichen in einer 2 ½ stündigen interessanten Führung den SWR besichtigen. Beim gemeinsamen Mittagessen und einem Besuch der Baden-Badener Tafel fand ein reger Austausch statt. Mit einer informativen Stadtführung wurde der erlebnisreiche Tag abgerundet. Ein besonderer Dank gilt der Firma Spillmann für die Unterstützung bei diesem informativen Ausflug.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neues Fahrzeug übergeben und Fahrer / Fahrerinnen gesucht

Anfang Juli 2014 wurdeder Bietigheim-Bissinger Tafel offiziell ihren neues Fahrzeug übergeben.

Mercedes Benz und die Lidl Pfandspendenaktion übernahmen dabei den Löwenanteil an Zuschüssen.

Die Bietigheim-Biss. Stadtwerke, der Lions Club, die LKZ-Aktion und der Rotary Club ergänzten mit Spenden die Finanzierung.

Johannes Schockenhoff, Vorstandsvorsitzender der Bietigheim-Biss. Tafel (Mitte) und Joachim Schmidt, Mitarbeiter der Tafel (rechts) freuen sich über den Sprinter, der viel gekühlten Laderaum bietet.

 

 

 

Bietigheim-Bissinger Tafel e.V.

Freiberger Str. 51
74321 Bietigheim-Bissingen
Telefon 07142 7785895
Telefax 07142 77 85 894
bietigheim-bissinger-tafel@gmx.net

 

Öffnungszeiten:

Montag, Mittwoch und Freitag

              10:30 - 16:00 Uhr

 

 

Vorstand:

Johannes Schockenhoff, 1. Vorsitzender, Tel. 07142/45201

johannes.schockenhoff@t-online.de

 

 

Spendenkonto:

IBAN: DE46 6045 0050 0030 1534 15                                                                   

BIC: SOLADES1LBG      

Kreissparkasse Ludwigsburg

Kennwort: Spende

Bitte vergessen Sie nicht Name und Adresse wegen einer Spendebescheinigung anzugeben.

 

 

 

  • Meldungen aus der Landeskirche

  • Film-Tipp: Human Flow

    Am 16. November startet die Doku "Human Flow" in den Kinos. Der von der Jury der Evangelischen Filmarbeit zum Film des Monats gekührte Dokumentarfilm porträtiert Einzelschicksale von Flüchtlingen aus der ganzen Welt. Der chinesische Regisseurs Ai Weiwei versteht es hierbei Szenen der Verzweiflung mit Momenten der Hoffnung zu verweben.

    mehr

  • Kraft zu Frieden und Versöhnung

    Jede Religion hat ihre Gewaltgeschichte. Dennoch steckt in ihnen viel Kraft zu Frieden und Versöhnung, sagt Pfarrer Stefan Hermann, Direktor des pädagogisch-theologischen Zentrums der Landeskirche. Stephan Braun hat mit ihm im Vorfeld der Tagung „Frieden - mit Religion“ gesprochen.

    mehr

  • „Jungen Pfarrerinnen und Pfarrern Mut machen“

    Pfarrer Dr. Karl Hardecker wird neuer Direktor des Pfarrseminars der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Derzeit ist Hardecker geschäftsführender Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Stuttgart-Botnang. Wann er sein neues Amt antreten wird, steht noch nicht fest.

    mehr