Aktuelles von der Bietigheim-Bissinger Tafel

Adresse während der Corona-Pandemie:

Alte Jahnhalle in Bissingen, Jahnstraße 91,

Telefon: 07142  77 858 95 (Rufumleitung), Mobil: 9501525 7311095


 Weihnachtsschließung: 24.12.20 - 3.1.21

Ab 4.1.21 sind wir wieder zu diesen Zeiten für Sie da:

Montags, mittwochs und freitags 10:30 - 16:00 h

 

Sie wollen Lebensmittelspenden abgeben?

Die Bietigheim-Bissinger Tafel nimmt gerne Lebensmittelspenden an den Öffnungstagen von 8:00 -16:00 h entgegen.

 

Sie wollen Kleiderspenden abgeben?

Kleiderspenden können Sie nur im Diakonieladen Neufundland in der Freiberger Str. 51, Bietigheim-Buch, während den Öffnungszeiten abgeben. Telefon: 07142 7785810

 

 

 

Erntedank-Spenden

Liebe Spenderinnen und Spender,

Wir freuen uns, wenn wir von Kirchengemeinden und Privatleuten Waren-Spenden zu Erntedank bekommen!

Bitte besprechen Sie mit Frau Brandl, der Ladenleiterin, wann Sie Ihre Spende in die Jahnhalle nach Bissingen bringen. Sie erreichen sie unter folgender Nummern: 01525 7311095 oder 07142 7785895

Herzlichen Dank für Ihre Spenden!

Das Team der Bietigheim-Bissinger Tafel e. V.

 

 

Tafel sucht Fahrer und Kartoffeln (Bietigheimer Zeitung 26.8.2020)

Vorübergehend ist der Bietigheim-Bissinger Tafelladen in der Bissinger Jahnhalle untergebracht. Dort können statt nur zwei bis zu 20 Kunden gleichzeitig einkaufen. Foto: Martin Kalb

 

Kreis Ludwigsburg Corona hat die Abläufe in Tafelläden verändert. In Ludwigsburg etwa dürfen nur noch vier Kunden gleichzeitig einkaufen. Von Klaus Wagner

An eine Maske haben sich die Kunden aller möglichen Geschäfte gewöhnt. Einen Mund-Nasenschutz brauchen auch die Kunden der Tafelläden – und es dürfen wegen Corona weniger Personen gleichzeitig dort einkaufen. Doch die Pandemie hat zu einschneidenderen Veränderungen geführt.

„Armut macht keinen Halt“, sagt Anne Schneider-Müller, Geschäftsführerin des Tafelladens in Ludwigsburg. Deshalb sei der Laden auch während der Sommerferien geöffnet. In das Geschäft in der Saarstraße kommen pro Tag etwa 110 Kunden – 20 weniger als vor Corona. Es seien vor allem ältere Menschen, die fernblieben – aus Angst, sich anzustecken. Nur vier Kunden dürfen gleichzeitig einkaufen, halb so viele wie vor Corona. Das führt zu Wartezeiten bis zu einer oder anderthalb Stunden.

Solidarität in der Bevölkerung

Dennoch sind die Erfahrungen gut. „Wir haben es nicht erlebt, dass sich Leute blöd benommen haben“, so die Geschäftsführerin, auch sei „große Solidarität der Bevölkerung mit den Tafeln“ zu spüren. Im Moment habe man keine finanziellen Sorgen, sagt Anne Schneider-Müller, erinnert aber an eines: „Wir sind ein Verein, haben keine Diakonie im Hintergrund.“ Kurzarbeiter oder Studenten seien gekommen, um mitzuhelfen. Zu ihnen zählt Jacqueline Schnoor. Wie alle im Team sortiert sie Gemüse, füllt Tomaten in Beutel. „Ich bin mit einem guten Gefühl seit Juni hier“, sagt die 18-Jährige aus Gerlingen, die im Herbst ein Studium in Trier beginnen will. „Viele Menschen sind auf die Tafeln angewiesen.“ Sie werde jedenfalls „schöne Begegnungen, die den Horizont erweitern“ mitnehmen – Erfahrungen mit Kunden und anderen Ehrenamtlichen in der Ludwigstafel. Eine andere Helferin an diesem Vormittag ist Ilona Stephan. Seit fünf Jahren hilft die 65-Jährige donnerstags – ihren Mann hat sie mitgebracht. Auf solche Menschen sind Anne Schneider-Müller und ihre Kunden angewiesen. Denn die Ludwigstafel versorgt nicht nur Bedürftige in Ludwigsburg und in vier anderen Läden im Kreis, sondern sie beliefert auch elf Läden in der Heilbronner Gegend und fünf Tafeln im Rems-Murr-Kreis mit Waren. „Es ist manchmal ein ganz schöner Kraftakt, das alles hinzukriegen“, sagt Anne Schneider -Müller.

Für den Strohgäuladen in Ditzingen werden dringend Fahrer gesucht. „Das ist quasi ein Hilferuf“, sagt Nadine Bernecker von der Diakonischen Bezirksstelle. Einer der beiden bisherigen Chauffeure ist wegen Krankheit ausgefallen, der verbliebene schafft die Arbeit alleine nicht. Die Fahrer holen morgens mit dem Kleinbus des Ladens Warenspenden aus den Läden umliegender Gemeinden ab. „Wenn wir keine Fahrer haben“, sagt Bernecker, „können wir zu machen.“ Sie denkt beispielsweise an einen tatkräftigen Studenten mit Führerschein und Fahrerfahrung mit einem Kleinbus.

Lagerfähiges Obst und Gemüse

Die Frau von der Diakonie wendet sich an die Landwirte: Lagerfähiges Obst und Gemüse werden dringend gebraucht, wenn der Strohgäuladen kommenden Montag wieder öffnet. Kartoffeln, Zwiebeln, Kürbisse und Äpfel sind gefragt. Der Keller will gefüllt werden für den Winter. Und Mehl und Milchprodukte sind immer Mangelware. Zum Jahresbeginn hat der Kirchenbezirk Vaihingen/Ditzingen die Trägerschaft des Strohgäuladens an den Kreisdiakonieverband abgegeben. Dort denke man darüber nach, einen Teil der hauptamtlichen Personalstellen aufzugeben – „der Ersatz ist nur über das Ehrenamt möglich“. Denn ein fünfstelliges Minus pro Jahr muss erst finanziert werden. Auch die Öffnungszeiten stehen zur Diskussion – obwohl die Zahl der Bedürftigen nicht geringer wird. 390 Personen haben eine Einkaufskarte, rund 1000 Menschen werden so versorgt.

In Marbach sind der Tafelladen und sein Verein bisher gut zurechtgekommen. „Es gab große Solidarität“, sagt der Vereinsvorsitzende Ewald Pruckner. So habe es Bargeldspenden gegeben, der Vermieter habe die Miete gestundet – und Schüler hätten im Laden mitgearbeitet.

 

Öffnungszeiten der Tafelläden

 

Bietigheim-Bissingen: Der Laden ist vorübergehend in der Alten Jahnhalle in Bissingen, Jahnstraße 91 (die BZ berichtete), und montags, mittwochs und freitags von 10.30 bis 16 Uhr offen. Ferien sind vom 31. August bis 11. September.

Ludwigsburg: In der Saarstraße 25 ist montags und donnerstags von 13.30 bis 17 Uhr offen, dienstags, mittwochs und freitags von 10.30 bis 15.30 Uhr, in der Neuen Weinsteige 18 in Eglosheim am Donnerstag von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr. Der Laden in Grünbühl ist vorübergehend geschlossen.

Marbach: Der Laden, Niklastorstraße 20, ist am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 11.30 Uhr bis 13 Uhr und am Samstag von 13.30 bis 14.30 Uhr offen.

 

 

Trikots im Austausch gegen ehrenamtliche Arbeit (Bietigheimer Zeitung 28.8.2020)

Die SG-BBM-Jugend-Handballer arbeiteten in Teams zwei Wochen im Tafelladen in der Bissinger Jahnhalle, um sich ihre Trikots zu finanzieren. Von links die Handballer Tim Titzmann, Leo Schmid und  Basti Faissler sowie Ingrid Brandl  vom Tafelladen. Foto: Helmut Pangerl

 

SG BBM Die Handballjugend brauchte neue Trainingskleidung, die Gärtnerei Kiemle sponsert den Kauf. Im Gegenzug helfen die Sportler im Tafelladen. Von Gabriele Szczegulski

Jonas Weller ist stolz darauf, wie seine 14 Mitspieler sich im Tafelladen in der Jahnsporthalle in Bissingen engagiert haben. Die 14- bis 16-Jährigen halfen zwei Wochen lang immer zu dritt oder viert den Ehrenamtlichen des Tafelladens. Soziales Engagement war die Bedingung dafür, dass die Bietigheim-Bissinger Gärtnerei Kiemle nicht nur einen Teil der Trainingskleidung der Handballjugend der SG Bietigheim-Metterzimmern übernimmt, sondern mit 1000 Euro deren Hauptsponsor für ihre Spiele in der Bade-Württemberg-Liga, der höchsten Jugend-Spielklasse, wird.

„Wir mussten uns einen neuen Sponsor suchen“, sagt Jonas Weller, der die Suche organisierte. „Ich bin stolz darauf, dass wir das ganz alleine ohne Hilfe der Erwachsenen hinbekommen haben und dass auch alle bereit waren, dafür im Tafelladen mitzuhelfen“. sagt er. Denn Kiemle knüpfte den Geldbetrag an die Bedingung, dass die Jungs sich ehrenamtlich betätigten. „Der Tafelladen kam uns sofort in den Sinn, weil wir gelesen hatten, dass viele der Ehrenamtlichen nicht mehr helfen können, weil sie der Corona-Risikogruppe angehören“, so Weller.

Froh war man deshalb auch in der Jahnhalle, wo derzeit die Essensausgabe für 130 bis 150 Kunden pro Öffnungstag stattfindet. Die Jugendlichen wurden am frühen Morgen in das Abladen der Lkw einbezogen, halfen bei der Sortierung der Lebensmittel, der Preisvergabe und dem Austeilen. „Man hat ja so Bilder im Kopf, wer in der Tafel einkauft, aber ich hätte nicht erwartet, dass es so viele ältere Menschen oder Mütter mit Kindern sind“, sagt Jonas Weller. Im Gespräch habe sich herausgestellt, dass viele der Kunden arbeiten gehen, aber das Geld trotzdem nicht ausreiche. „Was die Tafelläden machen, ist wichtig und hilft vielen Menschen“, so der Jugendliche. Er will auch in Zukunft in der Tafel aushelfen, wenn er gebraucht werde, sagt er. „Das war ein gutes Gefühl.“ Jetzt aber hofft die B-Jugend-Mannschaft erst mal, mit ihren neuen Trikots, Pullis und Jogginghose mit Kiemle-Aufschrift in der Baden-Württemberg-Liga zu glänzen. „Da der Großteil der Saison wegen Corona ausfiel, wurden wir gesetzt und müssen jetzt zeigen, dass wir das verdient haben“, so Jonas Weller.

 

 

Einkaufen in der Einbahnstraße (Artikel Bietigheimer Zeitung vom 26.6.2020)

Vorübergehend ist der Bietigheim-Bissinger Tafelladen in der Bissinger Jahnhalle untergebracht. Dort können statt nur zwei bis zu 20 Kunden gleichzeitig einkaufen. Martin Kalb

 

Ta­fel Seit rund zwei Wo­chen ist der Bie­tig­heim-Bis­sin­ger Ta­fel­la­den in der Jahn­hal­le.

 

Bie­tig­heim-Bis­sin­gen. End­lich Platz – so kann das Fa­zit der Mit­ar­bei­ter der Bie­tig­heim-Bis­sin­ger Ta­fel zu­sam­men­ge­fasst wer­den nach ih­rem Um­zug in die al­te Jahn­hal­le in Bis­sin­gen. Wie be­rich­tet zog der Ta­fel­la­den vor­über­ge­hend vom Dia­ko­nie­zen­trum im Orts­teil Buch nach Bis­sin­gen um, um die Co­ro­na-Ver­ord­nun­gen ein­zu­hal­ten. „Die Hy­gie­ne- und Ab­stands­re­geln der Co­ro­na-Ver­ord­nun­gen ma­chen es nach wie vor nicht mög­lich, den Ta­fel­la­den in sei­ner nor­ma­len Form zu öff­nen“, sag­te Vor­sit­zen­der Jo­han­nes Scho­cken­hoff zum Um­zug. In der Jahn­hal­le sei dies je­doch mög­lich.

 

Das Foy­er der Jahn­hal­le wird voll aus­ge­nutzt. Ei­ne Al­lee aus Bier­ti­schen mit Kör­ben vol­ler Wa­ren er­mög­licht ent­spann­tes Ein­kau­fen. Am Ein­gang ste­hen Ein­kaufs­kör­be, und am ers­ten Tisch sitzt ei­ne Mit­ar­bei­te­rin, die die Kun­den­aus­wei­se kon­trol­liert, dann geht es schon wei­ter mit al­ler­lei Ge­mü­se. Ein um­ge­dreh­tes U lau­fen die Kun­den mit Ein­bahn­stra­ßen­re­ge­lung dann ab, Kle­be­band zeigt den nö­ti­gen Ab­stand an. Am Schluss wird be­zahlt und schon geht es wie­der durch die zwei­te Tür her­aus.

 

Im La­den in der Frei­ber­ger Stra­ße kön­nen mit dem nö­ti­gen Ab­stand nur zwei Per­so­nen gleich­zei­tig ein­kau­fen. „In der Jahn­hal­le sind es rund 20 Per­so­nen“, sagt La­den­lei­te­rin In­grid Brandl.

 

War­te­zei­ten ver­kür­zen sich

 

So ver­kür­zen sich auch die War­te­zei­ten vor der Hal­le. Im al­ten Stand­ort gab es Be­schwer­den von den üb­ri­gen Nut­zern des Ge­bäu­des über die lan­ge War­te­schlan­ge auf dem Park­platz, tei­len die Vor­stands­mit­glie­der des Ta­fel­la­dens mit. „Auch oh­ne die Pan­de­mie gab es teil­wei­se zwei Stun­den War­te­zeit. Jetzt kön­nen wir die Kun­den im Mi­nu­ten­takt rein­las­sen.“

 

Zu­wei­len wa­ren 250 Kun­den pro Tag beim Ta­fel­la­den im Buch. „Jetzt hat es sich wie­der bei 140 bis 160 Kun­den ein­ge­pen­delt“, sagt Brandl und er­klärt, dass der Kun­den­an­stieg nicht nur an Co­ro­na lie­ge, son­dern auch an dem güns­ti­gen An­ge­bot der fer­tig ge­pack­ten Tü­ten. Die­se hat­te der Ta­fel­la­den nach ei­ner zwei­wö­chi­gen Schlie­ßung am April wie­der an­bie­ten kön­nen. Die Tü­ten wur­den von den Mit­ar­bei­tern vor­ab ge­packt und an al­le Ta­fel­kun­den für ei­nen Eu­ro aus­ge­ge­ben. „Jetzt kön­nen die Kun­den wie­der selbst ih­re Wa­ren wäh­len und müs­sen eben auch je­de Wa­re be­zah­len.“

 

Seit knapp zwei Wo­chen ist der Ta­fel­la­den um­ge­zo­gen und „sehr gut an­ge­lau­fen“. Ei­gen­tü­mer der al­ten Jahn­hal­le ist die Spvgg Bis­sin­gen, das Foy­er ge­hört dem städ­ti­schen Sport­amt. Im Foy­er fin­det nun der Ver­kauf statt, Hal­le und Kü­che wer­den zur La­ge­rung ge­nutzt. „Die Hal­le ist ge­ni­al“, sagt In­grid Brandl, „wir ha­ben Platz, und die Luft ist bes­ser.“

 

Po­si­ti­ves Fa­zit

 

Da­her fällt das Fa­zit auch po­si­tiv aus: „Wir sind sehr zu­frie­den“, sagt Brandl, „es ist für Mit­ar­bei­ter und Kun­den ent­spann­ter.“ Doch er­klärt sie auch, dass die Mit­glie­der der Ta­fel an dem Dia­ko­nie­zen­trum im Buch hän­gen, auch we­gen der Nä­he zum Dia­ko­nie­la­den Neu­fund­land. Die Jahn­hal­le sei zu­nächst kei­ne dau­er­haf­te Lö­sung. Bis 28. Au­gust wird der Ta­fel­la­den dort sein, da­nach se­he man wei­ter, so die La­den­lei­te­rin. „Wenn die Ab­stands­re­geln dann im­mer noch gel­ten, kön­nen wir nicht zu­rück.“

 

Durch die Hy­gie­ne­vor­schrif­ten be­nö­tigt das Ta­fel­la­den-Team zu­dem mehr Hel­fer. Die Kun­den dür­fen nicht wie frü­her die Wa­re selbst aus­wäh­len, son­dern an je­dem Wa­ren­korb steht ein Mit­ar­bei­ter, der die Wa­re aus­gibt. Bis zu 25 Hel­fer pro Tag wer­den so be­nö­tigt. „Mehr als 100 Eh­ren­amt­li­che en­ga­gie­ren sich bei der Ta­fel“, sagt Brandl sicht­lich er­freut dar­über, dass ge­ra­de auch we­gen der Pan­de­mie bei­spiels­wei­se sich Stu­den­ten und Leh­rer ge­mel­det ha­ben. Auch die Men­ge an Pri­vat­spen­den sei ge­stie­gen. Für die Ta­fel­mit­ar­bei­ter sei es schön zu se­hen, dass die Hilfs­be­reit­schaft ge­ra­de in der Kri­se be­ste­hen blei­be.Re­na Weiss

 

In­fo Die Öff­nungs­zei­ten des Ta­fel­la­dens blei­ben wie ge­wohnt Mon­tag, Mitt­woch und Frei­tag von je­weils 10.30 bis 16 Uhr. Auch der Dia­ko­nie­la­den Neu­fund­land in der Frei­ber­ger Stra­ße 51 hat ge­öff­net. Sei­ne Öff­nungs­zei­ten sind mon­tags bis frei­tags je­weils von 10.30 bis 12.30 Uhr so­wie von 13 bis 18 Uhr.

 

Befristeter Umzug der Tafel in die alte Jahnhalle in Bissingen 15.6.-28.8.2020

9. Juni 2020

Liebe Kundinnen und Kunden unseres Tafelladens,

 

die Corona-Krise wirkt sich auch auf den Tafelladen stark aus. Ein normaler Tafelbetrieb mit freier Wahl der Waren ist aufgrund der geltenden Abstandsregeln in unserem Laden in der Freiberger Straße leider nicht möglich.

 

Nach zweiwöchiger Schließung im März geben wir seit Anfang April vor dem Laden fertig gepackte Tüten für 1 € aus. Unser Ziel ist es jedoch, Ihnen baldmöglichst weder ein selbstbestimmtes Einkaufen zu ermöglichen. Zudem gibt es von den übrigen Nutzern des Gebäudes in der Freiberger Straße immer wieder Beschwerden über die lange Warteschlange auf dem Parkplatz.

 

Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand des Bietigheim-Bissinger Tafelladens beschlossen, die Lebensmittelausgabe zeitlich befristet

 

vom 15.6. bis 28.8.20 nach Bissingen in die alte Jahnhalle

 

zu verlegen. Die Öffnungszeiten bleiben wie gewohnt Montag, Mittwoch und Freitag 10:30 h – 16:00 h. Wegen des Umzugs bleib der Tafelladen am Freitag, 12.6.20 geschlossen.

 

Sie können mit der Ringlinie (556) bis zur Haltestelle „Birkenweg“ fahren, von dort sind es noch 4 Minuten zu Fuß bis zur Jahnhalle. Falls Sie ein Auto zur Verfügung haben und sich nicht auskennen, geben sie die Adresse „Westendstr. 43“ ins Navi bzw. Google Maps ein.

 

Wir werden die Warenkisten auf verschiedenen Tischen bereitstellen. Sie können an diesen Tischen wie auf einer Einbahnstraße entlanggehen und die Waren, die Sie kaufen wollen, selbst aussuchen und in Ihren Korb legen. Sie kaufen also nur das, was Sie aussuchen -  und jede Ware wird wieder bezahlt, so wie früher vor der Corona-Schließung.

 

Der Umzug in die alte Jahnhalle ist zeitlich befristet. Wir wollen am Diakonie-Zentrum festhalten, mussten jedoch eine schnelle Lösung wegen der Enge der Räume finden. Der Kleiderladen Neufundland freut sich jedoch über Ihren Besuch, auch wenn Sie diesen nicht mit dem Einkauf im Tafelladen direkt verbinden können.

 

Die Vorstandsmitglieder des Bietigheim-Bissinger Tafelladens

 

Fahrt mit dem Bus oder dem Auto zur Jahnhalle

(Ausschnitt aus dem Stadtplan von Bissingen: "Jahnhalle vorübergehend geschlossen" bedeutet, dass derzeit dort keine Sportveranstaltungen stattfinden)

Falls Sie mit dem Bus kommen: Steigen Sie an der Haltestelle Birkenweg aus!

Falls Sie mit dem Auto kommen: Bei der Jahnhalle gibt es genügend kostenlose Parkplätze!

 

 

Tafelladen zieht befristet in die alte Jahnhalle in Bissingen (Bietigheimer Zeitung 9.6.2020)

Vorübergehend zieht der Tafelladen in das Foyer (links) der alten Jahnhalle in Bissingen. Martin Kalb

 

Umzug Um die Abstandsregeln einzuhalten, zieht der Tafelladen zunächst bis 28. August ins Foyer der Bissinger Jahnhalle.

 

Bietigheim-Bissingen. Der Vorstand der Bietigheim-Bissinger Tafel hat beschlossen, den Tafelladen ab 15. Juni bis vorerst 28. August in die alte Jahnhalle in Bissingen zu verlegen. Die bisherigen Öffnungszeiten bleiben bestehen. Zu diesen Zeiten können dann auch Lebensmittelspenden an der alten Jahnhalle abgegeben werden, teilt der Vorstand in einer Pressemitteilung mit.

 

„Die Hygiene- und Abstandsregeln der Corona-Verordnungen machen es nach wie vor nicht möglich, den Tafelladen in seiner normalen Form zu öffnen“, sagt Vorsitzender Johannes Schockenhoff. In den vergangenen Wochen hatte der Tafelladen mit großem Einsatz der Mitarbeiter, darunter auch vielen neuen Ehrenamtlichen, den Tafelladen in der Freiberger Straße am Laufen gehalten (die BZ berichtete). Allerdings konnten sich die Kunden die Ware nicht selbst aussuchen. Aufgrund der Corona-bedingten Abstandsregeln hätten sich maximal zwei bis drei Kunden gleichzeitig im kleinen Verkaufsraum aufhalten können. Gleichzeitig stieg die Kundenzahl während der letzten Wochen um fast 50 Prozent auf bis zu 230 Kunden pro Tag an.

 

Kurzfristig konnten daher nur vorgepackte Tüten ausgegeben werden. „Vorgepackte Tüten sind aber nicht das, was wir uns unter würdevollem Einkauf vorstellen“, sagt Schockenhoff. Daher suchte der Vorstand fieberhaft nach zumindest temporären Alternativen. Diese hat man nun in der alten Jahnhalle in Bissingen gefunden. Dank der Hilfsbereitschaft der Spvgg Bissingen als Eigentümer der alten Jahnhalle und dem städtischen Sportamt, dem das Foyer gehört, konnte innerhalb weniger Tage eine Lösung für den vorübergehenden Betrieb des Tafelladens in diesen Räumen gefunden werden. Neben dem Foyer stehen auch Nebenräume der Jahnhalle zur Verfügung, die Halle an sich wird nicht vom Tafelladen genutzt.

 

Hilfe von der Spvgg

„Wir sind als Sportverein selbst stark durch die Corona-Pandemie eingeschränkt,“ sagt Thorsten Mast, Erster Vorsitzender der Spvgg Bissingen. „Daher war es für uns selbstverständlich, dem Tafelladen schnell und unbürokratisch zu helfen“. Da zu den Öffnungszeiten des Tafelladens keine Terminkollisionen mit Vereinsveranstaltungen bestehen und auch seitens der Stadt sehr schnell und unbürokratisch zugestimmt wurde, kann der Tafelladen nun ab kommendem Montag den Kunden wieder die gewohnte freie Warenauswahl ermöglichen, heißt es in der Mitteilung.

 

Der Umzug in die alte Bissinger Jahnhalle ist eine temporäre Lösung. „Wir wollen am Diakoniezentrum im Buch festhalten, da insbesondere das Nebeneinander von Tafelladen und dem Kleiderladen Neufundland für die Kunden eine tolle Synergie bietet“, betont Schockenhoff. Der Kleiderladen Neufundland steht allen Kunden offen und hat seit einigen Wochen ebenfalls wieder täglich geöffnet.bz

 

Info Die alte Jahnhalle ist für die Kunden des Tafelladens mit der Ringlinie (556) bis Haltestelle „Birkenweg“ problemlos erreichbar. Am Freitag, 12. Juni, bleibt der Tafelladen wegen des Umzugs geschlossen und öffnet dann am Montag, 15. Juni, das erste Mal in der Jahnhalle. Die bisherigen Öffnungszeiten Montag, Mittwoch und Freitag, jeweils von 10.30 bis 16 Uhr, bleiben bestehen.

 

Lions Club unterstützt Tafelladen (Bietighemer Zeitung vom 6.5.2020)

Birgit Claus-Scheuing, Lions-Präsident Jens Anderssohn und Juliane Bär (von links) halfen bei der Tafel mit. Foto: Lions Club

 

Bietigheim-Bissingen.  Mit einer Sofortspende von 1000 Euro und weiteren 1000 Euro zusätzlich hat der Lions Club Bietigheim-Bissingen die Bietigheimer Tafel unterstützt. Die Mitglieder billigten die Hilfe bei einem ihrer Clubabende, die derzeit per Videocall durchgeführt werden, teilt der Club mit. Vorausgegangen war ein Einsatz von Lions-Präsident Jens Anderssohn und drei Mitstreitern bei der  Lebensmittelverteilung des Tafelladens. Der Lions Club musste dieses Jahr seine Spenden-Aktionen größtenteils absagen und sucht nun nach alternativen Formaten.

 

22.4.2020: 5000 € für die Tafel

Von links: Manfred Gläser, Vorsitzender der BZ-Aktion Menschen in Not, überreicht Andrea Bitz und Johannes Schockenhoff von der Tafel Bietigheim-Bissingen einen Scheck über 5000 Euro. Das Geld geht in Form von Einkaufsgutscheinen an die Kunden. Helmut Pangerl

 

Bietigheim-Bissingen Die BZ-Aktion Menschen in Not spendet an den Tafelladen. Dieser verteilt nun Einkaufsgutscheine im Wert von 5000 Euro. Von Rena Weiss

 

Mit dem nötigen Sicherheitsabstand stehen am Mittwochmittag mehr als zehn Kunden an, um ihren Einkauf beim Bietigheim-Bissinger Tafelladen in der Freiberger Straße 51 abzuholen. Viele von ihnen tragen eine Maske, doch ihre gute Laune ist ihnen dennoch anzusehen. Seit 6. April verteilt der Tafelladen Taschen mit Lebensmitteln an Tafelkunden. So auch am Mittwoch. „Die ersten Kunden stehen hier bereits um 8 Uhr, obwohl wir erst um 10.30 Uhr aufmachen“, sagt Johannes Schockenhoff. Hier und da ist auch ein „Schwätzchen“ drin, das sei es auch, was den Tafelladen ausmache, sagt der Vorsitzende der Bietigheim-Bissinger Tafel. Rund 190 Menschen mit Tafelladenausweis haben vergangene Woche bei der Tafel insgesamt 260 Tüten erhalten. Wie berichtet, werden den Kunden vorbereitete Tüten mit Tafelware kostenlos ausgehändigt, abhängig von der Familiengröße eine oder zwei Tüten. Die BZ sprach mit drei Kundinnen, was es ihnen bedeutet, dass der Tafelladen wieder geöffnet hat.

 

Das Gehalt reicht nicht aus

 

„Ich bin sehr glücklich über die Tafel. Ich kann kaum in anderen Läden einkaufen, weil es dort zu teuer ist“, sagt Ninawa U. Seit sechs Jahren ist sie Kundin des Tafelladens im Ortsteil Buch. Für ihre Kinder sei es toll, dass es beispielsweise an Ostern Schokolade gab. Sie wird von einem Mann unterbrochen, der sie auf Arabisch grüßt und sie fragt, wie es ihr und der Familie geht – man kennt sich unter einander. Ninawa U. ist vor 54 Jahren aus Syrien nach Deutschland gekommen, ihr Mann kommt ursprünglich aus der Türkei. Zwar arbeitet er, aber das Geld ist knapp, um Ausgaben wie Miete und Einkäufe zu bezahlen. So geht es auch Ideal C. Seit sechs Jahren lebt sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Bietigheim-Bissingen. Drei Jahre davon bezieht die Familie Wohngeld, weil auch hier das Gehalt des Mannes nicht reicht. „Dinge, die ich mir im Tafelladen kaufen kann, würde ich mir im Supermarkt nicht leisten können“, sagt sie und ergänzt, „so kann ich auch mal Sachen ausprobieren, die ich sonst nicht ausprobieren kann.“

 

Das findet sie auch gut an den nun vorbereiteten Taschen. Statt wie sonst im Laden einzukaufen, müssen die Kunden draußen bleiben und erhalten eine Tüte mit Lebensmitteln und Artikeln wie Klopapier. Der Inhalt ist abhängig von den jeweiligen Spenden. „Wir versuchen, das gerecht zu gestalten, sodass jeder das Gleiche bekommt“, sagt Schockenhoff über die „Wundertüten“. Rund 20 Ehrenamtliche sind nun damit beschäftigt diese Einkaufstaschen zu packen und zu verteilen. „Sonst waren wir zehn Helfer im Laden.“ Probleme, Helfer zu finden, habe Schockenhoff und die Tafel nicht. „Wir haben so viele Anfragen, dass wir manchen absagen mussten“, sagt er während hinter ihm drei neue Ehrenamtliche die Taschen packen. Es sind eine Lehrerin und zwei Studenten, die nun ihre freie Zeit sinnvoll nutzen wollen. „Das ist einfach toll“, sagt Johannes Schockenhoff, „denn das Packen der Taschen bedeutet mehr Aufwand für uns.“ Die Ware wird vorab sortiert, haltbare Ware steht im eigentlichen Verkaufsraum und wird als Erstes in die Tüte gepackt. Dann wird in der Küche Gemüse und Obst sortiert und eventuelle welke Blätter und dergleichen aussortiert. Im eigentlichen Café werden die Lebensmittel dann wieder in Taschen gepackt. Die Helfer arbeiten im Schichtbetrieb um von 10.30 bis 16 Uhr jeden Montag, Mittwoch und Freitag genügend Taschen zu packen. „Auch der letzte Kunde um 16 Uhr bekommt bei uns noch eine Tasche“, sagt der Tafel-Vorsitzende.

 

„Es ist mehr Spendenbereitschaft da“, ergänzt er zudem, und zwar vor allem von Privatpersonen. Er hofft, dass das auch weiterhin so bleibt, denn die Menschen in Bietigheim-Bissingen und Umgebung brauchen ihre Tafelläden. „Es fehlte uns“, sagt Ideal C. über die Wochen, in denen der Laden geschlossen war. „Ich habe es deutlich am Geld gemerkt.“ Zwar vermisse sie es, die Ware nicht mehr auswählen zu können, aber lobt die gepackten Taschen und die Tafel-Mitarbeiter.

 

Für alles, was es im Tafelladen nicht gibt, gibt es zudem Einkaufsgutscheine beim Tafelladen. Entstanden war diese Aktion durch eine Spende des Kauflands Bietigheim-Bissingen. Insgesamt 250 Gutscheine á 20 Euro wurden an die Kunden verteilt. Nun unterstützt auch die BZ-Aktion Menschen in Not die Tafel mit einer Spende von 5000 Euro, die ebenfalls in Form von Einkaufsgutscheinen direkt an die Kunden gehen. „Die Kunden strahlen und die Gutscheine sind eine zusätzliche Hilfe“, so Schockenhoff.

 

„Windeln muss ich beispielsweise woanders kaufen“, erklärt eine 45-jährige alleinerziehende Mutter, die Teilzeit beschäftigt ist, „oder meine laktosefreien Lebensmittel gibt es hier auch nicht“, ergänzt die 45-Jährige, die laktoseintolerant ist. „Die Tafel ist ein Geschenk und ich fühle mich reicher, wenn ich hier einkaufen kann.“ Denn in normalen Geschäften muss sie immer rechnen, ob sie sich bestimmte Dinge leisten kann, im Tafelladen nicht und da darf auch ihr Sohn sich mal etwas aussuchen. Genau deswegen unterstützt die BZ-Aktion den Tafelladen: „Wir müssen jetzt denen helfen, für die die augenblickliche Situation besonders schwierig ist“, sagt Manfred Gläser, Vorsitzender der BZ-Aktion.

 

Mit den Gutscheinen können die Kunden selbst entscheiden, was sie sich kaufen und erhalten ein Stück weit ihre Würde zurück, sagt der Tafel-Vorsitzende. Denn mit den fertigen Tüten entscheide er und sein Team, was die „Armen essen dürfen“, formuliert er es überspitzt. Schockenhoff möchte den Tafelladen auch deswegen bald wieder normal öffnen. Das sei zunächst für den 4. Mai geplant, allerdings dürfen dann nur fünf Kunden auf einmal den Laden betreten und müssen zügig einkaufen, erklärt er.

 

Wer darf bei der Tafel einkaufen?

 

Das Angebot der Tafelläden in Deutschland richtet sich an Hilfsbedürftige. Als hilfsbedürftig zählen Menschen mit geringem monatlichen Einkommen. Kunden der Bietigheim-Bissinger Tafel haben beispielsweise eine kleine Rente, erhalten Sozialhilfe (Grundsicherung), leben von Arbeitslosengeld II oder erhalten Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. „Wir haben sehr viele ältere alleinstehenden Menschen, die bei uns einkaufen“, sagt Johannes Schockenhoff, Vorsitzender der Bietigheim-Bissinger Tafel.

 

Wer berechtigt ist bei der Tafel einzukaufen sind die Diakonische Bezirksstelle Bietigheim-Bissingen und das Familienzentrum der Caritas. Hierfür muss der Einkommensnachweis, wie Arbeitslosengeld- und Rentenbescheid sowie der Mietvertrag vorgelegt werden und dann erhält derjenige einen Tafelausweis, der zum Einkauf in allen Tafelläden der Region berechtigt. Zur Tafel kann grundsätzlich jeder Mensch gehen, Herkunft, Religion, Alter oder Geschlecht spielen dabei keine Rolle.rwe

 

 

11.4.2020: Danke für die Hilfe und alle Geld- und Sachspenden!

Liebe Helferinnen und Helfer,                                                  

liebe Spenderinnen und Spender,

in der aktuellen Corona-Krisensituation sind wir überwältigt davon, wie viele zusätzliche Geld- und Sachspenden und Hilfsangebote der Bietigheim-Bissinger Tafelladen in der letzten Woche bekommen hat.

Die zusätzlichen Privat-Sachspenden sind wesentlich vielfältiger als die Waren, die wir normalerweise von den Lebensmittelgeschäften bekommen und unseren Kunden anbieten können. So konnten wir vor Ostern unsere Waren-Tüten mit Ostersüßigkeiten bereichern, die es normalerweise bei uns vor dem Fest noch nicht gibt. Herzlichen Dank dafür!

Trotz dem wir unsere langjährigen älteren, ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter derzeit zu ihrem Schutz nicht beschäftigen können, lief es hinter den Kulissen des Tafelladens sehr gut. Das verdanken wir unseren neuen Ehrenamtlichen, die sich in so großer Zahl gemeldet haben, dass sie gar nicht alle eingesetzt werden konnten. Dank der tollen Einweisung durch unsere bewährten Helferinnen und Helfer lief das Packen der Tüten im Laden wie am Schnürchen. Am Mittwoch, 8.4., waren es über 200 Kundinnen und Kunden, an die – je nach Familiengröße – teilweise mehrere Tüten ausgegeben wurden. Manche der neuen Helferinnen und Helfer konnten beim direkten Kundenkontakt erleben, wie dankbar die Kunden sind, dass es möglich war, den Tafelladen wieder zu öffnen. Vielen Dank allen Helferinnen und Helfern!

Trotz den krisenbedingten Umständen wünschen wir allen Gesundheit und ein gesegnetes Osterfest!

Der Vorstand der Bietigheim-Bissinger Tafel e. V.

 

 

„Chance, neue Helfer zu bekommen“ 8.4.2020

Rund 160 Kunden hat der Tafelladen in Bietigheim-Bissingen. Seit Montag hat er wieder den Verkauf begonnen: Johannes Schockenhoff (zweiter von links) und sein Team haben die Verkaufstheke vor dem Ladengeschäft aufgebaut. Foto: Oliver Bürkle

Bie­tig­heim-Bis­sin­gen Nach zwei Wo­chen ist der Bie­tig­heim-Bis­sin­ger Ta­fel­la­den wie­der ge­öff­net. Die BZ-Ak­ti­on hilft mit ei­ner 5000-Eu­ro-Spen­de um die Ein­kaufs­gut­schein-Ak­ti­on fort­zu­set­zen. Von Jür­gen Kunz

Zwei Wo­chen war der Ta­fel­la­den für die rund 160 Kun­den in Bie­tig­heim-Bis­sin­gen ge­schlos­sen. Seit Mon­tag kön­nen die Men­schen nun wie­der in der Frei­ber­ger Stra­ße 51 mon­tags, mitt­wochs und frei­tags von 10.30 bis 16 Uhr ein­kau­fen. Das Ein­kau­fen im Ta­fel­la­den hat sich aber grund­sätz­lich ge­än­dert. „Die Kun­den er­hal­ten bis auf wei­te­res vor­be­rei­te­te Tü­ten mit Ta­fel­wa­re kos­ten­los aus­ge­hän­digt, ab­hän­gig von der Fa­mi­li­en­grö­ße ei­ne oder zwei Tü­ten. Das freie Ein­kau­fen im Ta­fel­la­den ist al­so vor­erst nicht mög­lich“, er­klärt Jo­han­nes Scho­cken­hoff, Vor­sit­zen­der der Bie­tig­heim-Bis­sin­ger Ta­fel.

Scho­cken­hoff rech­net im Ge­spräch mit der BZ vor: „Es ist ei­ne ein­fa­che Rech­nung, wenn ein Kun­de im Ta­fel­la­den ein­kauft, spart er rund 200 Eu­ro im Mo­nat.“ Ei­ne wich­ti­ge Ent­las­tung, be­tont der Ver­eins­vor­sit­zen­de des Ta­fel­la­dens. „Des­halb war es für uns wich­tig, so schnell wie mög­lich wie­der auf­zu­ma­chen“, sagt Scho­cken­hoff, und wie er an­merkt, „wa­ren die Kun­den am Mon­tag so hap­py, dass wir wie­der auf­ge­macht ha­ben, da gab es leuch­ten­de Au­gen“.

Die Ab­ga­be der Ein­kaufs­tü­ten er­folg­te im Frei­en vor dem Ta­fel­la­den. Die Ta­fel­la­den­mit­ar­bei­ter sorg­ten da­für, dass sich die Kun­den mit aus­rei­chen­dem Ab­stand auf dem Park­platz vor dem Ta­fel­la­den an­stell­ten und da­mit Kon­tak­te mi­ni­miert wur­den. Auch die Mit­ar­bei­ter im Ta­fel­la­den hat­ten  sich auf meh­re­re Räu­me auf­ge­teilt und so­mit aus­rei­chend Ab­stand un­ter­ein­an­der bei der Zu­sam­men­stel­lung der Tü­ten ge­hal­ten. „Mit die­sen Maß­nah­men kön­nen wir ein even­tu­el­les An­ste­ckungs­ri­si­ko mi­ni­mie­ren. Um un­se­re eh­ren­amt­li­chen Ta­fel-Mit­ar­bei­ter, die häu­fig vom Al­ter her zur Ri­si­ko­grup­pe zäh­len, zu schüt­zen wer­den nur Mit­ar­bei­ter un­ter 65 Jah­ren ein­ge­setzt“, so Scho­cken­hoff.

Den­noch hat der Ta­fel­la­den aus­rei­chend eh­ren­amt­li­che Hel­fer, um den Be­trieb auf­recht zu er­hal­ten. Vie­le Be­rufs­tä­ti­ge, die un­ter an­de­rem in Kurz­ar­beit sind, hät­ten sich ge­mel­det und auch Stu­den­ten, die in der stu­di­en­frei­en Zeit nun mit­ar­bei­ten. Am Mon­tag wa­ren sechs Stu­den­ten der Hoch­schu­le für Fi­nan­zen im Bie­tig­heim-Bis­sin­ger Ta­fel­la­den ak­tiv. Der Vor­sit­zen­de kann den Ein­schrän­kun­gen durch die Co­ro­na-Kri­se auch Po­si­ti­ves ab­ge­win­nen und spricht „von ei­ner gro­ßen Chan­ce, nun an ganz an­de­re eh­ren­amt­li­che Mit­ar­bei­ter zu kom­men“. Scho­cken­hoff: „Wir sind über­wäl­tigt von der Fül­le an Vor­schlä­gen und der gro­ßen Hilfs­be­reit­schaft, die Ge­sell­schaft rückt tat­säch­lich zu­sam­men.“ Am Mon­tag hat­te der Ta­fel­la­den viel Wa­re, so dass zu Ver­kauf­sen­de so­gar zwei Ein­kaufs­tü­ten pro Per­son aus­ge­ben wer­den konn­ten: „Wir wol­len die Le­bens­mit­tel an ei­nem Tag ver­tei­len, sonst müs­sen wir die­se am Abend ent­sor­gen.“ Die Kühl­fahr­zeu­ge der Ta­fel ho­len nun wie­der die Le­bens­mit­tel bei 15 bis 20 Su­per­märk­ten in der Re­gi­on ab.

Ein­kaufs­gut­schei­ne für Ta­fel­kun­den

Wa­ren­gut­schei­ne im Wert von 5000 Eu­ro hat das Kauf­land in Bie­tig­heim-Bis­sin­gen zur Ver­fü­gung ge­stellt (die BZ be­rich­te­te). Ins­ge­samt 250 Gut­schei­ne á 20 Eu­ro wur­den vom Ta­fel­la­den an sei­ne Kun­den ver­teilt: Haus­hal­te bis drei Per­so­nen er­hiel­ten ei­nen 20-Eu­ro-Gut­schein, die beim Kauf­land in der Tal­stra­ße und in Bis­sin­gen ein­ge­löst wer­den kön­nen, ab vier Per­so­nen in ei­nem Haus­halt gab es zwei Gut­schei­ne. „Es ist wie ei­ne klei­ne Scheck­kar­te“, er­klärt Jo­han­nes Scho­cken­hoff, der da­von be­rich­tet, dass es die Ta­fel­kun­den kaum fas­sen konn­ten, dass sie nun da­mit di­rekt ein­kau­fen kön­nen. „Ge­recht und trans­pa­rent“ wer­den na­tür­lich die Gut­schei­ne ver­teilt, be­tont Scho­cken­hoff. So wer­de ex­akt do­ku­men­tiert, an wen die Gut­schei­ne ge­ge­ben wur­den. Der Gut­schein­be­trag kann auch in Teil­be­trä­gen ver­wen­det wer­den.

Die BZ-Ak­ti­on Men­schen in Not hat sich nun spon­tan da­zu ent­schlos­sen, da­für zu sor­gen, dass es die­se Gut­schein­ak­ti­on noch­mals, vor­aus­sicht­lich En­de April, ge­ben wird. 5000 Eu­ro stellt die BZ-Ak­ti­on der Bie­tig­heim-Bis­sin­ger Ta­fel zur Ver­fü­gung. „Wir müs­sen jetzt de­nen hel­fen, für die die au­gen­blick­li­che Si­tua­ti­on be­son­ders schwie­rig ist“, be­tont Man­fred Glä­ser, Vor­sit­zen­der der BZ-Ak­ti­on. knz

 

 

Spende Kaufland Bietigheim 3.4.2020

Johannes Schockenhoff (links) und Kaufland-Filialleiter Michael Maisenbacher bei der Übergabe der Warengutscheine. Foto: Kaufland

Bie­tig­heim-Bis­sin­gen Wa­ren­gut­schei­ne in Hö­he von ins­ge­samt 5000 Eu­ro wer­den an die Kun­den der Ta­fel wei­ter­ge­ge­ben.

Bie­tig­heim-Bis­sin­gen. Kauf­land hat dem Bie­tig­heim-Bis­sin­ger Ta­fel­la­den Wa­ren­gut­schei­ne im Wert von ins­ge­samt 5000 Eu­ro ge­spen­det. Der Ta­fel­la­den wird die Gut­schei­ne laut Mit­tei­lung ab Mon­tag, wenn er wie­der öff­net, an sei­ne Kun­den wei­ter­ge­ben. „Wir kön­nen da­mit un­se­ren Kun­den ei­ne zu­sätz­li­che und un­mit­tel­ba­re Hil­fe bie­ten“, sag­te der Vor­sit­zen­de des Ta­fel­la­dens, Jo­han­nes Scho­cken­hoff, bei der Über­ga­be der Wa­ren­gut­schei­ne.

Die Ak­ti­on sei be­reits die drit­te Spen­de vom Kauf­land an die Bie­tig­heim-Bis­sin­ger Ta­fel in die­ser Grö­ßen­ord­nung. Die frü­he­ren Spen­den wur­den im Ta­fel­la­den zur Auf­fül­lung des Wa­ren­an­ge­bo­tes ge­nutzt, doch die­ses Mal möch­te der Vor­stand da­mit den Kun­den di­rekt hel­fen. Je­der kön­ne da­mit im Kauf­land selbst ein­kau­fen, was er be­nö­tigt, und sei nicht auf das Wa­ren­an­ge­bot des Ta­fel­la­dens be­grenzt, sagt Scho­cken­hoff.

Da die Gut­schei­ne aber be­grenzt sind – es gibt zu­nächst 250 Gut­schei­ne a 20 Eu­ro – kön­nen nur die Kun­den mit ei­ner Kun­den­kar­te der Bie­tig­heim-Bis­sin­ger Ta­fel be­dacht wer­den. Je­der Kun­de er­hält zu­nächst ei­nen Gut­schein, grö­ße­re Fa­mi­li­en zwei. Die Ta­fel ist in Ge­sprä­chen mit wei­te­ren Spon­so­ren, um die Gut­schein­ak­ti­on fort­zu­set­zen. Wer die­se Ak­ti­on un­ter­stüt­zen möch­te, kann auf das Kon­to DE46 6045 0050 0030 1534 15 bei der KSK LB mit dem Ver­merk „Wa­ren­gut­schei­ne“ spen­den.bz

 

 

 

"Bufdi" Peter Wittmers am Brotstand

Tandem-Projekt des Vereins Female Fellows

Seit 5 Monaten läuft das Tandem-Projekt des Vereins Female Fellows in Kooperation mit der Bietigheim-Bissinger Tafel. An den Kick-Off-Veranstaltungen haben insgesamt über 85 Frauen teilgenommen. 29 geflüchtete Frauen haben sich für ein Tandem gemeldet, bislang konnten 7 Tandems oder 14 Frauen zusammengebracht werden, weitere 3 Tandems/ 6 Frauen sind im Tandemmatching. Wir brauchen also noch 19 beheimatete Tandems.

3 geflüchtete Frauen arbeiten ehrenamtlich in der Organisation der Veranstaltungen und bei der Gestaltung der Homepage mit, vor allem als Dolmetscher.

Im Dezember ist ein gemeinsames Plätzchen backen bei der Bäckerei Blatter geplant, im nächsten Jahr Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungs-Workshops und Interkulturelle Seminare.

Wenn Du/Sie Lust haben, bei diesem tollen Projekt mitzumachen, meldet Euch bei der

Projektleiterin Masooma Torfa, E-Mail: m.torfadontospamme@gowaway.femalefellows.com, Mobil: +49(0)176 456 619 23.

 

Sofia Exner macht ihren Bundesfreiwilligendienst bei der Tafel

Arbeitseinsatz an der Borttheke

Bericht von Sofia

Von Armut betroffene Menschen zu unterstützen, und gleichzeitig auch etwas gegen Lebensmittelverschwendung zu tun. Genau das gehört zum Grundgedanken der Tafel. Um die 11 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich im Müll, davon aber leider nicht nur das „Schlechte“. Die Zahl der armen Bevölkerung wächst. Wieso sollte man diese beiden Dinge also nicht miteinander verknüpfen?

Ich wollte nach dem Abitur einfach mal etwas Abstand zu dem ständigen Lernstress gewinnen und auch etwas für die Gesellschaft tun. Dabei hat mich die Idee der Tafel sofort beeindruckt. Die Arbeit dort unterteilt sich in drei verschiedene Bereiche. Zum einen die Küche, zum andern der Ladenbereich und dann noch das Café. Ich helfe viel in der Küche und sortiere dort das „schlechte“ Obst und Gemüse aus, um das Restliche im Verkauf anbieten zu können. Zudem müssen auch viele andere Lebensmittel in die Kühlschränke oder in die Regale eingeräumt werden. Jedoch immer unter Beachtung des Mindesthaltbarkeitsdatums. Ab und An darf ich auch selbst die Lebensmittel mit Preisen auszeichnen. Zudem befindet sich in der Verkaufszone eine Bäckerei, in der ich auch des Öfteren bedienen darf. Sogar Torten und Kuchen können wir den Kunden dort anbieten. Meine Lieblingstätigkeit in der Tafel ist jedoch das Café. Dort geht es darum, den Menschen Kaffee oder Tee zu kochen, und auch süße Stückchen an sie zu verteilen. Dabei sind sowohl die Getränke als auch die Süßwaren kostenlos. Manchmal bin ich auch dafür verantwortlich, die Kunden am Eingang zu empfangen, und ihre Kundenkarte entgegenzunehmen und abzuhaken. Denn man muss darauf achten, dass die Kunden nur einmal pro Tag einkaufen, um alle gleichberechtigt behandeln zu können. Die verschiedensten Menschen treffen aufeinander. Mit der Arbeit in der Tafel unterstützen wir beispielsweise Rentner, Alleinerziehende oder auch große Familien mit geringem Einkommen und Arbeitslose. Zudem begegnen sich dort auch Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, was meiner Meinung nach total interessant ist. Ein großer Teil der Kunden sind Flüchtlinge, die in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen sind. An den Öffnungstagen Montag, Mittwoch und Freitag helfe ich in der Tafel mit und die anderen verbleibenden Tage bin ich in der Flüchtlingshilfe tätig. Ich habe einige Zeit Flüchtlinge in Deutschkursen beim Deutschlernen unterstützt und nun bin ich in einem Kindergarten mit Kindern ebenfalls geflohener Familien. Diesen helfe ich, schnell integriert zu werden, und rasch die Sprache lernen zu können. Diese Tätigkeit ist anfangs sehr anspruchsvoll für mich gewesen, doch im Laufe der Zeit erkennt man den Fortschritt. Man wird selbstbewusster, weil man sieht, was man in der Zeit des BFD selbst bewirken konnte.

Fazit:

Mein Freiwilligendienst hat mir gezeigt, dass man sehr wohl auch als Einzelner etwas gegen die weitverbreitete Armut in Deutschland tun kann. Durch die Tafel werden die Menschen wieder in die Gesellschaft eingegliedert und finden einen Weg zum sozialen Miteinander. Ich habe ebenfalls gelernt, bewusster mit den Lebensmitteln umzugehen. Nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum ein paar Tage abgelaufen ist, heißt es nicht automatisch, dass die Nahrungsmittel sofort ungenießbar geworden sind. Dadurch dass man während des Freiwilligendienstes die Pflicht hat, Seminare abzuleisten und die Tafel deutschlandweit vertreten ist, kommt man auch in viele verschiedene Bundesländer, wie beispielsweise Berlin oder Thüringen. Dort lernt man schwerpunktmäßig viel über Lebensmittelkunde oder auch über Politik in Zusammenhang mit der Tafel. Zudem bin ich auch offener geworden, da man mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt kommt, die alle ihre eigene Geschichte haben.

19.10.2018 Rapper Wittek in der Tafel - seine persönliche Botschaft auf Instagram

Bietigheimer Zeitung vom 12.10.2018

24-Stunden-Radeln - Spende von ADFC und Dürr an Tafelladen

Wieder mit viel Spaß und Bewegung für einen guten Zweck fand das diesjährige 24-Stunden-Radeln des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Bietigheim-Bissingen am 23. und 24. Juni statt. Jetzt wurde der Erlös der Aktion in Höhe von 1.700 € von Martina Bausch, Referentin in der Unternehmenskommunikation der Dürr AG, und Albrecht Kurz, Vorsitzender des ADFC Bietigheim-Bissingen, an den Tafelladen übergeben.

Der Vorstandsvorsitzende der Bietigheim-Bissinger Tafel, Johannes Schockenhoff bedankte sich herzlich für diese tolle Aktion zur Unterstützung der Tafel, die bereits zum zweiten Mal stattgefunden hat.

Bietigheimer Zeitung vom 07.06.2018

Die Rundschau, Bietigheim-Bissingen vom 23.05.2018

Erntedank 2017

Am 1. September in St. Laurentius 

Der Erntedankaltar am 25.09.2017 in der Martin-Luther-Kirche in Bissingen

15.09.2017 - Gespräch über Armut – ein sehr gelungenes Format

Freitagabend fand in der Pauluskirche ein Gesprächsabend über Armut in Bietigheim-Bissingen statt. Anstelle im Wahlkampf die Politiker aufs Podium zu holen, lud der Tafelladen Fachleute aus den caritativen und diakonischen Einrichtungen ein, die das Thema aus ihrer Erfahrung den Zuhörern näher brachten. Der Tenor sowohl unter Referenten als auch den knapp 60 Zuhörern war einhellig: ein sehr gelungenes Format, gerade jetzt in Wahlkampfzeiten.

 

Den Auftakt machten 2 Betroffene, die sehr eindrucksvoll und authentisch ihre momentane Alltagssituation schilderten. Herr B. ist seit 15 Jahren auf ALG II angewiesen und hat im Laufe der Jahre gelernt, sich von materiellen Wünschen frei zu machen. Er genießt die Spaziergänge mit seinem Hund und ist dankbar über Kontaktmöglichkeiten, die ihm die Diakonische Bezirksstelle in Bietigheim-Bissingen ermöglicht. Zufrieden ist er natürlich nicht mit seinem Leben, das ihm viele Entbehrungen abverlangt und jeden Monat aufs Neue eine Herausforderung ist, mit 409 Euro auszukommen, wovon noch ein Teil für die Miete abgeht, da der Mietzuschuss hierfür auch nicht reicht. „Leben ja, gut nein“, so fasste es auch die zweite Betroffene, Frau A. zusammen, die in der Bietigheimer Altstadt die Straßenzeitung Trott-war verkauft. Da sie aus einem EU-Staat kommt, erhält sie hier keine Sozialleistungen und muss jeden Abend von Neuem nach einem Schlafplatz in Stuttgart suchen.

 

Diese konkreten Lebensumstände von in Armut lebenden Menschen wurden im anschließenden Impulsvortrag von Heiner Heizmann vom Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart statistisch untermauert. 15% der Menschen leben in Deutschland in Armut, das ist fast jeder sechste Bürger. Auch in Baden-Württemberg und vordergründig reichen Städten wie Bietigheim-Bissingen ist diese Quote nicht niedriger, zumal es hier weitaus schwieriger ist, bezahlbaren Wohnraum zu finden. So ist die Gefahr, in Bietigheim-Bissingen wohnungslos zu werden, für Menschen an der Armutsgrenze eher größer als in ländlichen Gegenden. Dies bestätigten auch die Fachleute, die jeweils aus Ihrer Sicht und Tätigkeit sehr eindrucksvoll die konkreten Auswirkungen für die Betroffenen schilderten. Traugott Maisenbacher als Diakoniepfarrer im Dekanat Besigheim, Georg Steckenstein von der Sozialberatung für Strafentlassene in Ludwigsburg und Heinrich Knodel von der Wohnungslosenhilfe Ludwigsburg. Die beiden Moderatoren Antje Niemann-Röhm und  Rainer Bauer vom Vorstand der Bietigheim-Bissinger Tafel fragten sowohl nach den allgemeinen Erfahrungen der Fachleute mit der Armutssituation im Landkreis als auch ganz konkret nach den Vorschlägen, wie diese Situationen für die Betroffenen verbessert werden könnten. Wohnraum war ein zentrales Thema, denn häufig bedeutet der Verlust der eigenen Wohnung nochmals eine extreme Verschärfung der Situation, Sozialkontakte sind ohne eigene Wohnung schwieriger und das Leben insgesamt nicht mehr planbar. Sozialer Wohnungsbau ist aber systematisch zurückgefahren worden, der Markt, der es hätte richten sollen, hat es nicht geschafft, ausreichend günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, Das klare Fazit aller Fachleute: sozialer Wohnungsbau ist eine staatliche Aufgabe, die momentan viel zu wenig wahrgenommen wird. Hier muss massiv investiert werden. Über die Frage, ob Leerstände mit Druckmitteln verhindert werden sollen, waren die Fachleute geteilter Meinung, jedenfalls sehen sie darin kein Allheilmittel, wie auch manche Wortmeldung aus dem Publikum bestätige. „Ist der ALGII-Satz zu niedrig?“ – zu dieser Frage herrschte Einigkeit, denn mit ALGII muss man bei uns vielleicht nicht hungern, aber Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben ist nicht möglich. Dass langzeitinhaftierte Gefangene währen der Haftzeit trotz Arbeit in den Gefängnissen keine Rentenansprüche erwerben ist ein Teufelskreis, der den meisten Zuhörern so bislang gar nicht bewusst war. Bei vielen Entlassenen ist damit der Weg in die Armut oder Rückfälligkeit vorprogrammiert.

 

Am Ende wurden die Politiker dann doch noch aufs Podium geholt und danach gefragt, was sie von dem Abend mitnehmen. Das Zuhören wäre sehr gut gewesen, denn in dieser konkreten Deutlichkeit würde das Thema doch sonst nicht behandelt. Und dass es unserer Gesellschaft gut anstünde, sich den Betroffenen anzunehmen und mit Barmherzigkeit zu begegnen – auch wenn das in vielen politischen Diskussionen heute so deutlich nicht zur Sprache kommen würde. Ein klares Bekenntnis zur sozialen Verantwortung des Staates, die die Politiker mit in ihre politische Arbeit tragen wollen.


Johannes Schockenhoff, Vorsitzender Bietigheim-Bissinger Tafel e.V.

Den kulinarischen Rest vom Fasching einsammeln

Am Aschermittwoch mit dem Tafelfahrer unterwegs

Mittwoch, 1. März, 7:15 Uhr in der Freiberger Straße: Der heutige Tafelfahrer Franz Elischer und sein Beifahrer vergewissern sich, ob genügend grüne Klappkisten im Fahrzeug sind. Dann geht’s los: Die erste Tour führt über die Lidl-Filiale in Bietigheim-Buch zur Filiale in den Kreuzäckern. An jeder Station geht Hans Günter Meissner, der Beifahrer, durch den Kunden-Eingang in den Laden und fragt, ob es etwas für den Tafelladen abzuholen gibt. Überwiegend stehen die Waren schon an der Laderampe bereit. Sie werden in Klappkisten umgepackt, im Kühlfahrzeug gestapelt und gegen Verrutschen gesichert. An jeder Station werden die Papp-Kartons des Ladens entsorgt, um die Rampe sauber zu hinterlassen. Dann führt die Tour nach Sachsenheim und Kleinsachsenheim zu den Aldi-Filialen, zu Edeka und Netto, dann wieder nach Bietigheim zu Aldi. Zurück beim Tafelladen werden die Waren zügig ausgeladen, Schülerpraktikanten helfen dabei und bilden eine Kette. Die erste Tour brachte Gemüse, Cola-Dosen, Tütensuppen, Honigkuchen, Lufterfrischer, viele Erdbeeren und Pralinen und zwei angerissene Packungen Waschpulver. Nun ist es die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer in der Küche und im Laden, die Waren für den Verkauf herzurichten, neu zu verpacken und auszuzeichnen, denn der Laden ist zwischen 10:30 h und 16:00 h geöffnet.

Währenddessen ist der Kühlwagen schon wieder unterwegs. Die zweite Tour geht zunächst nach Süden: Zur Bäckerei Schulze in Asperg und der Tammer Edeka-Filiale. Als der Wagen schon wieder in Großsachsenheim ist, ruft Ingrid Brandl, die Leiterin des Tafelladens, an: Die Gärtnerei Kiemle in Bissingen soll auch noch angefahren werden, größere Mengen Feldsalat stehen dort zum Abtransport bereit. Doch vorher geht es zum Sachsenheimer Penny und zur Bäckerei Clement. Nach einem Besuch bei Rewe fährt der Wagen über die Gärtnerei Kiemle wieder zurück zum Tafelladen. Die Helfer können danach große Mengen Berliner und Kuchen, viele Erdbeeren, Kartoffeln, Zwiebeln, Obst, Feldsalat und Milchprodukte ausladen.

Die dritte Tour führt nach Besigheim, Hessigheim und Löchgau. Bei Lidl in Besigheim sind heute besonders viele Tulpensträuße übrig. Nach dem Besuch der Besigheimer Lidl- und Aldi-Filiale geht es nach Hessigheim: Die Hofmetzgerei Nägele spendet Wurst und Schinken, verpackt in einer roten Kiste. Edeka in Löchgau und Rewe in Bietigheim sind die letzten Stationen der Tour, sie endet gegen 13:30 Uhr. Die Tafelfahrzeug-Mannschaft ist schon ein bisschen müde und gönnt sich eine kurze Pause bei einem Vesper im Tafel-Café. Doch noch ist nicht Feierabend: Erst müssen Kartons weggebracht werden, außerdem ist in Schwieberdingen, wo Tafelwaren zentral verteilt werden, ein Posten Kosmetika abzuholen. Anschließend muss der Wagen noch aufgetankt werden und die Reinigung der Ladefläche steht an, damit der Kühlwagen hygienisch ist und die Stationen des nächsten Tafel-Tages ohne Probleme angefahren werden können.

 

 

 Das Angebot der Tafelläden ist unterschiedlich, es hängt davon ab, welche Waren von den Geschäften gespendet wurden. Gemäß der Satzung des Bietigheimer Tafelladens werden keine Waren zugekauft. Obst und Gemüse gibt es immer, aber nicht immer alle Sorten. Manchmal sind Milchprodukte knapp. Die länger haltbaren Erntedank-Spenden wie Frühstücks-Cerealien werden nach und nach verkauft. Die Tafel-Kunden dürfen nicht so viel einkaufen, wie sie wollen, denn das begrenzte Angebot soll auf möglichst viele Personen verteilt werden. Auf dem Berechtigungsausweis ist vermerkt, für wie viele Personen eingekauft werden darf. Manche knappen, aber begehrten Waren sind begrenzt, so gibt es z. B. oft nur eine Banane pro Person.

Von 14:00 bis 16:00 h ist an Tafel-Verkaufstagen das Café im Diakonie-Zentrum geöffnet. Es gibt eine Tasse Kaffee oder Tee und heute als Besonderheit einen Berliner für alle, die es mögen. Die Tafelkunden genießen das und ein Schwätzchen nach ihrem Einkauf. Wer kann, wirft ein paar Cent in eine Spardose auf dem Tresen. Der Diakonieladen ist ebenfalls geöffnet.

Erntedank 2016

Wie es bereits seit vielen Jahren gute Tradition ist, haben auch in diesem Jahr wieder viele Kirchengemeinden aus Bietigheim-Bissingen und Umgebung am Erntedanksonntag ihre Gemeindemitglieder um eine Spende mit haltbaren Waren gebeten. Neben den traditionellen Feldfrüchten schmückten Zucker, Mehl, Nudeln, Reis, Konserven, Öl, Kaffee, Tee, Süßigkeiten und vieles mehr die farbenfrohen Erntedankaltäre.

Für die Kunden des Tafelladens sind vor allem die haltbaren Lebensmittel eine wichtige und willkommene Ergänzung beim Einkauf. Die Waren, die von den vielen ehrenamtlichen Helfern des Ladens regelmäßig bei Lebensmittelläden, Supermärkten oder Bäckereien abgeholt werden können, sind üblicherweise nicht länger haltbar. Lebensmittel wie Backwaren, Obst, Gemüse und Milchprodukte machen den Großteil unseres Angebots aus. Haltbare Waren sind sehr begehrt aber bis auf wenige Ausnahmen fast immer Mangelware.

Deshalb einen ganz herzlichen Dank an alle Kirchengemeinden die sich in diesem Jahr beteiligt haben für die große Zahl der gespendeten Erntedankgaben. Die Tafelkunden können nun mehrere Wochen  aus einem spürbar größeren und vielseitigeren Angebot auswählen und hierbei erfahren, wie sich christliche Nächstenliebe in unserem Alltag in kleinen Zeichen praktizieren lässt.

 

 

Woche gegen Rassismus

Die Tafeln helfen allen Menschen, die Hilfe benötigen – unabhängig von sozialer oder ethnischer Herkunft, Nationalität, Alter, Religion oder Weltanschauung, Geschlecht, sexueller Identität, Behinderung oder Beeinträchtigung und Identität. Sie verteilen das, was sie haben und schließen keine bestimmte Gruppe in Gänze aus. Wir leben eine Kultur des Respekts und sind schon lange ein Abbild der Vielfalt in Deutschland: bei uns treffen sich Ehrenamtliche und Bedürftige unterschiedlicher sozialer, kultureller und religiöser Herkunft.

 

 

 

 

Tafel - der Laden läuft! Bietigheimer Silvesterlauf 2015

Mit 99 Läuferinnen und Läufern im Ziel konnten wir wieder ein tolles Zeichen der Solidarität für die Arbeit der Tafel setzen.

 

Weitere Bilder finden Sie unter Aktionen/Tafel - der Laden läuft!

 

 

 

 

 

Jubiläums Abend 2015

In der Pauluskirche fand am Montag 16. November der Jubiläumsabend  zu 10 Jahren Tafel statt. Integrationsministerin B. Öney, Oberbürgermeister J. Kessing und weitere Gäste sprachen Grußworte. Langjährige Mitarbeitende wurden geehrt und ein "Tafel" Kurzfilm von Schülern der Ellental-Gymnasien gezeigt. Die musikalische Umrahmung gestaltete ein Flötenensemble der Bietigheimer Musikschule. Eine Gruppe von Flüchtlingsfrauen richteten belegte Brötchen und versorgten die über 100 Gäste mit Getränken.

 

 

 

 

 

 

 

 

10 Jahre Bietigheim-Bissinger Tafel

vor 10 Jahren wurde der Tafelladen in der Bahnhofstrasse eröffnet.

Wir gedenken dieses Jubiläums dieses Jahr mit einigen Aktionen, wie z.B.

einem Ausflug für Mitarbeitende (im Sommer) oder einem Besuch der Baden-

Württembergischen Integrationsministerin B. Öney im Tafelladen mit

anschließendem Stehempfang in dem Gemeindehaus der Pauluskirche im Buch.

 

 

 

 

   

Ausflug für Mitarbeitende

MA -Ausflug nach Baden-Baden

Den Auftakt zum Jubiläum machte der vom Vorstand organisierte Mitarbeiterausflug am 25. Juli nach Baden-Baden mit 45 Teilnehmern.           Dort konnten die Ehrenamtlichen in einer 2 ½ stündigen interessanten Führung den SWR besichtigen. Beim gemeinsamen Mittagessen und einem Besuch der Baden-Badener Tafel fand ein reger Austausch statt. Mit einer informativen Stadtführung wurde der erlebnisreiche Tag abgerundet. Ein besonderer Dank gilt der Firma Spillmann für die Unterstützung bei diesem informativen Ausflug.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neues Fahrzeug übergeben und Fahrer / Fahrerinnen gesucht

Anfang Juli 2014 wurdeder Bietigheim-Bissinger Tafel offiziell ihren neues Fahrzeug übergeben.

Mercedes Benz und die Lidl Pfandspendenaktion übernahmen dabei den Löwenanteil an Zuschüssen.

Die Bietigheim-Biss. Stadtwerke, der Lions Club, die LKZ-Aktion und der Rotary Club ergänzten mit Spenden die Finanzierung.

Johannes Schockenhoff, Vorstandsvorsitzender der Bietigheim-Biss. Tafel (Mitte) und Joachim Schmidt, Mitarbeiter der Tafel (rechts) freuen sich über den Sprinter, der viel gekühlten Laderaum bietet.

 

 

 

Bietigheim-Bissinger Tafel e.V.

Freiberger Str. 51
74321 Bietigheim-Bissingen
Telefon 07142 7785895
Telefax 07142 77 85 894
bietigheim-bissinger-tafel@gmx.net

 

Öffnungszeiten:

Montag, Mittwoch und Freitag

              10:30 - 16:00 Uhr

 

 

Vorstand:

Johannes Schockenhoff, 1. Vorsitzender, Tel. 07142/45201

johannes.schockenhoff@t-online.de

 

 

Spendenkonto:

IBAN: DE46 6045 0050 0030 1534 15                                                                   

BIC: SOLADES1LBG      

Kreissparkasse Ludwigsburg

Kennwort: Spende

Bitte vergessen Sie nicht Name und Adresse wegen einer Spendebescheinigung anzugeben.

 

 

 

  • Meldungen aus der Landeskirche

  • 06.05.21 | Trauerfeiern: bis zu 100 Gäste erlaubt

    An landeskirchlichen Trauerfeiern dürfen auch künftig mehr als 30 Menschen teilnehmen. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat einem entsprechenden Eilantrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg stattgegeben. Zugelassen sind demnach weiterhin bis zu 100 Gäste.

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    Der Film „Jung und jüdisch in Baden-Württemberg“ zeigt, wie junge Juden sich in ihrer religiösen und sozialen Identität verstehen. Jochen Maurer, landeskirchlicher Pfarrer für das Gespräch zwischen Christen und Juden, erklärt, was Kirche gegen Antisemitismus tun kann.

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  • 06.05.21 | 450. Geburtstag - Lukas Osiander d. J

    Lukas Osiander der Jüngere wurde am 6. Mai 1571 in Stuttgart geboren und agierte im Streit um die richtige Fassung der lutherischen Lehre als scharfsininger und streibarer Theologe. Fast wäre er einem Attentat auf der Kanzel zum Opfer gefallen.

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